Cape Epic Stage 5 – 119km und 2350hm – nasse Tortur von Caledon nach Oak Valley

Nachdem in Caledon schon am Abend der Regen nach dem Sturmwind eingesetzt hatte, war für die schwere Überführungsetappe nach Oak Valley auch Dauerregen angesagt. Durchgefroren nach kalter Nacht gelang es uns noch zeitig genug für den Start aufzutauen – es sollte das härteste Cape Epic seit 9 Jahren des Bestehens werden.

Auch diesmal gelang uns ein prächtiger Start – nur ging es entschieden zu schnell in durchgeweichte Sandpisten mit Schlammsuhlen durchsetzt mit grobem Geröllstein – eine reine Materialschlacht. Dies war keine gute Idee, hier hätte unbedingt eine Streckenumleitung stattfinden müssen – leider verpasst!

Und zu allem Unglück erwischte es auch mein Rad – der Schaden war irreparabel, nach 5km war die Kettenführung der Schaltröllchen abgerissen, verursacht durch schlagendes Geröll in den Schlammlöchern, bemerken konnte ich es erst nach weiteren zähen 5km den Berg rauf – ich kämpfte und wunderte mich über den heftigen Rollwiederstand – kein Wunder, wenn die Kette am Schaltwerk und im Rahmen schleift – im Feld von 500 Radfahren, die durch weichen, nassen Sand und Schlamm suhlen, lassen sich derartige Defekte nicht sofort hören und erkennen.

Pech gehabt, mir war klar dass diese Panne eine Tortur für mich zur Folge hatte – Lisa konnte daneben nichts weiter machen, als ein Grundlagentraining zu absolvieren – wenigstens dafür war es gut und zum Glück hatten wir diesmal noch warme Windjacken mit! Ich dagegen musste ca. 300x vom Rad springen, Kette auf Schaltröllchen fädeln und wieder ran sprinten, jede Schlammsuhle und jedes Geröllfeld laufen. Nur auf glatter Piste konnte ich mal länger als 500m auf dem Rad bleiben und sprinten, selbst die Downhills mussten wegen klemmender Kette dauernd unterbrochen werden. Als dann für die letzten 45km noch der Freilaufkörper wegen den Schaltproblemen kaputt war, war das Vergnügen bei kaltem Dauerregen und heftigem Gegenwind fast unerträglich – doch unermüdlich ab sofort ohne Freilauf, also auch jeden Downhill weitertretend, kämpfte ich durch. Richtig heftig wurde es dann in den schlammigen, technisch anspruchsvollen Trails, die 30km vor dem Ziel begannen. 8km vor dem Ziel zerriss der Schaltkäfig dann endgültig und ich musste die Kette entfernen – Roller spielen war ab nun angesagt – waren ja nur noch  wenige Kilometer bis ins Ziel auf Single-Trails! Und Lisa konnte noch ein Krafttraining anhängen indem sie mich, wo immer es möglich war, schob oder zog – und so schleppte sie mich auch die letzten 100m durch die aufgeweichte Wiese bis ins Ziel!

Den 6.Platz hatten wir dennoch erreicht, doch eine echte Chance auf den Wiedergewinn des dritten Gesamtranges gab es nun keine mehr.


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